Lauffreunde

Pfaffenwinkel

Dienstag, Dezember 18, 2018

Ein durchwachsener Sommer 2018 - abgesehen vom Wetter

Ziemlich ruhig war es um die Lauffreunde Pfaffenwinkel im Frühjahr, Sommer und Herbst 2018 bestellt. Das lag aber nicht daran, dass die Lust am Laufen verloren gegangen ist, sondern an dem Verletzungspech bei einigen von uns. Da war zunächst einmal der Claus, der ja in Ismaning noch drei tolle Winterläufe hingelegt hatte. Bei der ersten Frühlingssonne, eigentlich noch im Februar, wagte er sich aufs Rad und wurde ein Opfer der teilweise noch vereisten Wege. Mit einer Beckenfraktur fiel er einige Wochen komplett aus. Kaum wieder zurück folgte noch eine Kiefernfraktur beim Triathlon-Training. Dann war da der andere Klaus, der mit K. Dr. G-Punkt klagte schon im Herbst 2017 über Knieschmerzen, nahm mehr schlecht als recht am ersten Winterlauf teil und stellte schmerzbedingt seine Läuferaktivitäten Anfang des Jahres komplett ein. Fortgeschrittene Kniearthrose lautete die Diagnose. Die Fachärzte rieten zur Umstellungsosteotomie, zunächst am rechten Bein. Nach OP und Reha im Herbst will er erst wieder in der Weihnachtszeit mit dem Laufen beginnen. Bernd hat es mehrfach erwischt; noch Folgen seines Skiunfalls im Vorjahr, Fuß- und Wadenprobleme, „Rücken“ und was sonst noch so an kleinen Leiden vorkommen kann. Andreas M. zog sich im Frühsommer wohl einen Muskelfaserriss zu, der einfach nicht ausheilen wollte. Bei den Jüngeren erwischte es Fina, die beim Radltraining für ihre beginnende Triathlon-Karriere im Frühjahr auf Mallorca in einen schweren Unfall geriet, bei dem eine Autofahrerin in die Radlgruppe hineingefahren ist und dabei ein Radler sogar tödlich verletzt wurde. Von den älteren Jahrgängen überstanden nur Alfons, Paul, Taffy und Hans die Saison verletzungsfrei, so weit ich weiß.

Dementsprechend ließen sich die Teilnahmen an Laufveranstaltungen an einer Hand abzählen. Marathon: Fehlanzeige – mit einer Ausnahme, von der am Ende des Artikels noch zu berichten ist. Halbmarathon: Zum Glück gibt es ja den Hapfelmeier-Lauf am 30. September in Polling. Lukas Krämer hatte dort fast alle hinter sich gelassen und kam in der (für uns Ältere) Fabelzeit von 1:14:16 als Zweiter ins Ziel (siehe auch Merkur online vom 1. Okt 2018). Aber leider startete er für das Tri Team Schongau. Als Teilzeit-Profi kann er sich wahrscheinlich nicht mehr mit dem Label der Lauffreunde Pfaffenwinkel zeigen. Claus (1:50:00; 47. gesamt und 9. in seiner AK M50) und Hans (1:56:32; 60./4. M55) hielten unsere Fahne hoch.

Umso erfreulicher unser Abschneiden beim 10km-Lauf: Doppelsieg der Lauffreunde Pfaffenwinkel bei den Frauen. Laura kam mit 40:04 zwei Minuten vor Fina (42:07) ins Ziel. In der Wertung zusammen mit den Männern belegten sie die Plätze 7 und 13. Da 2 Läufer/innen bereits ein Team bilden, war es logisch, dass die beiden auch in der Teamwertung gut abgeschnitten haben. Dass sie aber selbst das schnellste Männerteam hinter sich ließen, ist besonders bemerkenswert. Das tolle Ergebnis haben Freya (53:23; 99. gesamt, 12. in der AK HKW) und Isabel (59:58; 162./4. F30) komplettiert. Bei den Männern waren Taffy (49:43; 59./11. M50), Paul (51:04; 74./5. M55) Halas (54:38; 117./6. M40) und Christoph (1:03:15; 179./9. M55) dabei. Es sei Isabel und Taffy verziehen, dass sie jeweils unter dem Namen ihrer Firmen gestartet sind. Über die 5km erreichte Alfons mit 31:50 den 4. Platz in seiner AK M65.

Taffy war am 14.10 beim Halbmarathon in München dabei. Mit 2:11:27 belegte er Platz 298 in der M50 und den 3004. Platz bei den Männern. Von weiteren Teilnahmen an Halbmarathons weiß ich nichts.

Beim 83. Weilheimer Aulauf waren dann doch einige von uns vertreten, 5 und 10km lassen sich leichter aushalten als Halb- und Marathon. Isabel startete über 5km und erreichte in 28:16 den 94. Platz unter allen Teilnehmern und die Silbermedaille in ihrer AK W30! Für die längere Distanz fanden sich auch nur drei aus unserer Gruppe: Halas benötigte 48:57 für die 10km, immerhin 6. in der AK M40 (50. bei den Männern), Hans wurde in 52:00 4. in der M55 (61.) und Bernd landete in 52:36 in der selben AK direkt dahinter (64.). Judit Halas (Jg 2011) startete im Kinderlauf über 350m. Paul Maier (Jg 2010) gehörte zu den Jüngsten beim Kinderlauf über 800m.

Dazu gab es über das Jahr hinweg noch ein paar Einzelergebnisse zu berichten: Andreas M. belegte bei den Bayerischen Seniorenmeisterschaften Platz 2 über 800m in der AK40. Mit diesem Vizetitel wurde er auch als erfolgreicher Sportler in der Marktgemeinde Peißenberg geehrt. Hans startete als einziger der Lauffreunde beim Andechser Naturlauf am 7. Oktober. Die ca. 10km durch abwechslungsreiches Gelände absolvierte er in 49:08, 6. Platz in der AK. Claus nahm am 19.7. erfolgreich an der Challenge Kaiserwinkl-Walchsee, Mitteldistanz Triathlon, teil. Nach genau 6 Stunden und 25 Sekunden erreichte das Ziel als 427. unter den männlichen Teilnehmern. Eine Superleistung nach Becken- und Kieferfraktur in der Vorbereitungszeit. Den Wechsel zum Triathlon hat Fina trotz des Unfalls zum Saisonstart sehr gut geschafft. Bei ihrem Debut in Karlsfeld wurde sie über die „Volksdistanz“ (500/26/5) Gesamtzweite und gewann ihre AK. Laura zeigte ihrem Papa Paul ganz deutlich seine Grenzen beim Zugspitz Basetrail: während sie in 3:19:08 den dritten Platz in der Women-Wertung erreichte, benötigte Paul fast 2 Stunden länger, um mit 5:04:54 als 38. bei den Senior Master Men das Ziel zu erreichen.

Das bringt mich zum einzigen Marathon (siehe oben): Laura lieferte ein sensationelles Debut am 1. Adventssonntag in Valencia/Spanien ab. Mit 3:18 blieb sie nicht nur deutlich unter einem 5min-Schnitt, sondern war die schnellste deutsche Läuferin im Feld. Und beim ersten Marathon beide Hälften praktisch in der gleichen Zeit zu laufen ist schon bemerkungswert. Im Weilheimer Tagblatt vom 6. Dez 2018 wurde ausführlich darüber berichtet. Mal schauen, wo das bei der Laura noch hinführt.

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Jetzt geht es schon wieder in die Wintersaison; die Ismaning-Serie startet heuer am 3. Advent und mindestens drei Lauffreunde haben sich bereits angemeldet. Davon demnächst dann mehr.

Marathon im Winter und fern der Heimat

In diesen Tagen fällt es schwer sich zum Laufen durchzuringen: es ist kalt, windig, grau, manchmal schneit es. Nicht gerade die beste Zeit, sich auf einen Marathon vorzubereiten. Aber Taffy hat dies tapfer auf sich genommen - im Januar und Februar lange Läufe, um am 25.2. beim sechsten der Abbott World Marathon Majors Series in Tokio teilzunehmen. Einen Platz bei diesem prestigeträchtigen Rennen zu bekommen, ist nicht einfach. Die Anmeldung zu einem Losverfahren ist im August, einen Monat später werden die Startnummern vergeben. Die Chance einen der begehrten Plätze zu bekommen beträgt etwa 1:10, unter den ca. 300.000 Bewerbern werden nur 30.000 ausgelost. Alternativ können einige Plätze über Reiseveranstalter erworben werden, aber diese waren im September längst ausverkauft.

Von unseren Lauffreunden hatten sich Taffy und Klaus am Losverfahren beteiligt, aber nur Taffy erhielt die Startberechtigung im September. Und so ist er nun seit Donnerstag in Japans Hauptstadt. Am Samstag traf man sich zum Freundschaftslauf bei Sonnenschein und recht angenehmen 14°C. Die Stimmung war gut, wie die Bilder zeigen.

Am Sonntag sind jedoch nur 7°C vorhergesagt. (Immer noch besser als unsere -8°C oder darunter. Das wird für Claus, der in Ismaning beim HM startet, sicher kein großer Spaß, siehe unten.)

Aber Thomas ließ sich von den kühlen Temperaturen wenig beeinflussen, auch wenn er sagte, er hätte ziemlich gefroren. Denn seine Leistung war wirklich super. So sind seine Zeiten in der Ergebnisliste vermerkt:

Point name
Point
Split (Net Time)LapPassing
Time
5km 00:30:51 (0:26:49) 0:26:49 09:40:51
10km 00:57:25 (0:53:23) 0:26:34 10:07:25
15km 01:23:00 (1:18:58) 0:25:35 10:33:00
20km 01:50:36 (1:46:34) 0:27:36 11:00:37
25km 02:17:26 (2:13:24) 0:26:50 11:27:26
30km 02:43:17 (2:39:15) 0:25:51 11:53:18
35km 03:09:08 (3:05:06) 0:25:51 12:19:09
40km 03:34:27 (3:30:25) 0:25:19 12:44:27
Finish 03:45:13 (3:41:11) 0:10:46 12:55:14

3:41:11 bei einem Winter-Marthon! Rechnet man die Halbmarathonzeit hoch, so hatte er auf der zweiten Hälfte sogar noch ungefähr 3 Minuten zugelegt. Wer die Platzierung vermisst, die haben wir auf der Tokio-Marathon Webseite noch nicht gefunden. Wird dann hoffentlich bald nachgeliefert.

Von der Kulisse war er sehr angetan: "Der Wahnsinn sind aber die Zuschauer. Du findest keine Lücke auf 42 km" hatte er aus Tokio geschrieben. Nur mit den Toiletten stand er auf Kriegsfuß, denn die waren wohl immer etwas abseits der Strecke. Und wer Taffy kennt, weiß, dass er gerne Pinkelpausen einlegt. "Ich bin gefühlte 2 km mehr gelaufen!". Trotzdem sah er im Ziel glücklich und zufrieden aus:

Jetzt fehlt ihm nur noch New York, London, Berlin, Boston und Chicago, damit er die 6 World Marathon Majors geschafft hat. Aber Tokio hat er Klaus nun voraus.